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Umfrage: Langlebige und reparaturfreundliche Produkte bevorzugt

  • Siddharth Prakash
    Gruppenleiter Zirkuläres Wirtschaften & Globale Wertschöpfungsketten / Senior Researcher Produkte & Stoffströme

Verbraucherinnen und Verbraucher würden sich für hochwertigere technische Geräte entscheiden, wenn sie einfache und gut verständliche Informationen zur Qualität, Langlebigkeit und Reparierbarkeit der Produkte erhalten. Dazu gehören Angaben, wie lange die Geräte halten, wie sie repariert werden können, inwieweit und wie lange Ersatzteile verfügbar sind sowie weitere lebensdauerbezogene Hinweise. Dann wären die Konsumentinnen und Konsumenten bereit, einen höheren Preis für die qualitativ hochwertigeren, im Sinne von langlebigeren und reparaturfreundlichen Waren in Kauf zu nehmen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Verbraucherbefragung des Öko-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes. Befragt wurden insgesamt 2.000 Personen zu vier Produktgruppen – Waschmaschinen, TV-Geräte, Notebooks und Handmixer. Weiteres Ergebnis: Lagen gar keine lebensdauerbezogenen Produktinformationen vor, entschied sich die Mehrheit der Personen für das jeweils günstigste Modell der Waschmaschinen, Fernseher, Laptops und Mixer.

Produktqualität neben Preis wichtiges Kaufkriterium

Der Preis ist in allen vier Produktgruppen eines der wichtigsten Entscheidungskriterien beim Neukauf – bei Fernsehern, Notebooks und Handmixer sogar das wichtigste. Dennoch beziehen Verbraucherinnen und Verbraucher die lebensdauerbezogenen Informationen deutlich mit in ihre Entscheidung ein.

Dabei bewerten sie jede Information zur Produktqualität – etwa Herstellergarantien oder Angaben zur Lebensdauer – als positiv und wägen damit den Kauf im Sinne des Preis-Leistungsverhältnisses ab. In diesem Rahmen sind sie auch bereit, mehr Geld für höherwertigere Geräte auszugeben.

Ökologische Bestprodukte bleiben Nischenphänomen.

Demgegenüber lässt sich feststellen, dass die Bereitschaft zur Zahlung eines höheren Preises nicht linear mit der Verbesserung der Produktqualität ansteigt. Der Anteil der Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich für die Geräte mit anspruchsvollsten lebensdauerbezogenen Merkmalen entschieden, blieb im einstelligen Prozentbereich – unabhängig von umfassenden lebensdauerbezogenen Produktinformationen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass transparente Informationen zur Lebensdauer und Reparierbarkeit das Kaufverhalten zugunsten umweltschonenderer Produkte beeinflussen – allerdings nur im begrenzten Maße“, fasst Siddharth Prakash, Experte für nachhaltige Produktpolitik am Öko-Institut zusammen.

Das Öko-Institut fordert daher, dass die europäische Umweltpolitik die Informationspflicht mit weiteren rechtlichen Maßnahmen flankieren soll. Dazu gehören bessere Rahmenbedingungen für die Reparaturen ebenso wie eine Optimierung von Gewährleistung- und Garantieregelungen.

„Das gerade im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie zwischen den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission vereinbarte Maßnahmenpaket definiert weitergehende Anforderungen an Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Haushaltsgeräten. Es ist damit ein guter Schritt in die richtige Richtung“, sagt Prakash. „Wir begrüßen das Engagement der Bundesregierung in Brüssel und hoffen, dass dies nur der Anfang ist und jetzt noch mehr Kriterien und Produktgruppen im Sinne des Ressourcenschutzes berücksichtigt werden.“

<link publikationen p-details einfluss-der-nutzungsdauer-von-produkten-auf-ihre-umweltwirkung-schaffung-einer-informationsgrund>Verbraucherbefragung des Öko-Instituts als Anlage zum Abschlussbericht „Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung: Schaffung einer Informationsgrundlage und Entwicklung von Strategien gegen „Obsoleszenz“