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Kapazitäten der thermischen Verwertung von Abfällen in Deutschland und ihre zukünftige Entwicklung in einer Kreislaufwirtschaft

Politik und Industrie betonen regelmäßig die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für eine ressourcen- und klimaschonende Zukunft. Dennoch gingen 2017 über 26 Mio. Tonnen Abfälle in Müllverbrennungsanlagen und Ersatzbrennstoff-Kraftwerken unwiederbringlich in Flammen auf. Dabei steht die sogenannte energetische Verwertung erst an vierter Stelle der gesetzlich vorgegebenen Abfallhierarchie – hinter Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling. Müllverbrennung hat ihre Berechtigung, sie muss jedoch auf ihre eigentliche Aufgabe beschränkt werden, nämlich diejenigen Abfälle zu verbrennen, für die es keine besseren Verwertungswege gibt. Eine echte Kreislaufwirtschaft benötigt weniger Verbrennungskapazitäten. Doch wie hoch ist das Reduktionspotenzial und welche Maßnahmen sind für eine Reduzierung der Kapazitäten notwendig? Diese Fragen beantwortet die neue Studie von Öko-Institut und Alwast Consulting im Auftrag des NABU. Die Studie entwirft drei Szenarien, in denen die Müllverbrennungskapazitäten in Deutschland mittels verschiedener Maßnahmen reduziert werden können. Bei der Umsetzung der Getrenntsammelpflicht von Bioabfällen, der Gewerbeabfallverordnung und des Verpackungsgesetzes gibt es großen Nachholbedarf. Allein durch den Vollzug dieser Gesetze würden fünf Millionen Tonnen weniger Abfälle verbrannt werden. Ein Fünftel der Verbrennungskapazitäten kann dadurch reduziert werden – ohne eine einzige Gesetzesänderung! Durch zusätzliche Maßnahmen wie die Einführung einer flächendeckenden Wertstofftonne, einem besseren Recycling von Sperrmüll sowie Fortschritte bei der Abfallvermeidung und Mülltrennung durch intensive Aufklärungsarbeit und verursachergerechte Gebührensysteme besteht weiteres Einsparungspotenzial. Auch der Abfallimport zur Verbrennung kann minimiert werden. Dem Autarkie-/Näheprinzip der EU-Abfallrahmenrichtlinie folgend müssen die EU-Staaten mittelfristig ausreichend eigene Verwertungsstrukturen aufbauen. Dadurch könnte man den Verbrennungsbedarf um weitere 1,5 Millionen Tonnen reduzieren.

Mehr Informationen zum Projekt

Projektstatus

Projektende: 2019

Projektleitung

Günter Dehoust
Ressourcen & Mobilität

Auftraggeber

Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU)

Projektpartner

Alwast Consulting

Projektwebseite